Im Moritzhof wurden zwei ungewöhnliche Aufführungen des Theaterstücks „Entweder…Oder“ gezeigt – am Morgen für Schulklassen und am Abend für Erwachsene. Die Produktion stammt von rimonprodaktion und verbindet eine zufällige Begegnung im Treppenhaus mit jahrhundertealten Fragen zu Geschichte, Religion und Geopolitik.
Das Stück führt das Publikum in einen intensiven Dialog zwischen einem jüdischen und einem nichtjüdischen Wohnungseigentümer. Ihre Begegnungen vor den Wohnungstüren wechseln zwischen schnellen Wortwechseln des Alltags und tiefen Gesprächen über Identität, Wahrnehmung und gesellschaftliche Verantwortung.
Besonders eindrucksvoll ist die Art und Weise, wie der Autor die älteste monotheistische Religion, die Geschichte der Diaspora und die moderne Realität des Staates Israel mit dem Alltag zweier Nachbarn verknüpft. Das wiederkehrende „Ja, aber!“ im nachbarschaftlichen Austausch legt schrittweise fest verwurzelte Stereotype offen und führt zu einer unerwarteten Wendung, die das Publikum sichtbar bewegt hat.
Nach den 75 Minuten Spielzeit entwickelte sich ein lebendiges Gespräch mit den Zuschauerinnen und Zuschauern. Viele Gedanken und Fragen wirkten nach, und der Austausch zeigte, wie relevant und berührend die Themen des Stücks sind.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die an diesem Abend teilgenommen, mitdiskutiert und ihre Perspektiven eingebracht haben. Die Veranstaltung wurde vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden Sachsen-Anhalt organisiert, gefördert aus Mitteln von Resonanzboden / House of Resources Magdeburg im Rahmen des Projektes „Jüdische Kultur Sachsen-Anhalt“ der LKJ Sachsen-Anhalt und in Kooperation mit der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt.
Die Aufführungen fanden im Rahmen des Projektes „Jüdische Kultur Sachsen-Anhalt“ statt.

