Im Rahmen des Projekts „Jüdische Kultur Sachsen-Anhalt“ fand im Hospiz Stendal eine besondere Veranstaltung anlässlich der Jüdischen Kulturtage statt. Rabbiner Mendel Itkin hielt einen eindrucksvollen Vortrag zum Thema „Sterben und Tod im Judentum auf dem Weg ins Jenseits“ vor rund zwanzig Mitarbeitenden des Hospizes.

In seinem Vortrag widmete sich Rabbiner Itkin zentralen ethischen und religiösen Fragestellungen, die insbesondere im Bereich der Palliativpflege von großer Bedeutung sind. Er ging der Frage nach, ob Sterbehilfe im Judentum erlaubt ist, ob und in welchem Umfang medizinische Behandlungen auf Wunsch des Patienten unterlassen werden dürfen und ob der Hirntod als tatsächlicher Tod gilt. Darüber hinaus erläuterte er die Bedeutung und den Ablauf jüdischer Trauerriten sowie deren Rolle im Prozess des Abschieds und der Trauerbewältigung.

Die Veranstaltung bot nicht nur wertvolle Einblicke in die jüdische Perspektive auf das Lebensende, sondern auch Raum für einen offenen Austausch. Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine lebendige Diskussion, in der die Teilnehmenden ihre Fragen stellten und eigene Erfahrungen einbrachten.

Wie Rabbiner Igor Itkin treffend formulierte: „Wir alle müssen sterben. Wir sind alle nur Besucher auf dieser Welt. Wir sind alle nur Durchreisende.“ Diese Worte unterstrichen die philosophische Tiefe des Themas und gaben der Veranstaltung einen nachdenklichen und zugleich verbindenden Abschluss.