Echo der Romantik in Magdeburg und Havelberg

Zwei außergewöhnliche Abende, zwei unvergessliche Konzerte: In der Synagogengemeinde Magdeburg und im Dom zu Havelberg fanden musikalische Ereignisse statt, die man kaum einfach nur „Konzerte“ nennen kann. Es war vielmehr ein tiefes Eintauchen in die Klangwelt des 19. Jahrhunderts – gemeinsam mit der brillanten Pianistin Sofja Gülbadamova.

Das Programm „Reise durch das 19. Jahrhundert“ wurde zu einer echten Brücke zwischen Epochen und den Lebenswegen großer Künstler. Sofja Gülbadamova, deren Spiel von Kritikern als „poetisch und filigran“ beschrieben wird, interpretierte die Werke nicht nur – sie erzählte mit ihnen Geschichten.

Es erklangen Kompositionen von Felix Mendelssohn, dem Enkel des Philosophen Moses Mendelssohn, ebenso wie Werke des großen Virtuosen Ignaz Friedman, dessen Lebensweg zum Symbol für die Suche nach einer Heimat in den bewegten Zeiten der europäischen Geschichte wurde.

Die Konzertsäle erfüllten sich außerdem mit der Musik von Clara Schumann und Robert Schumann, von Joseph Joachim und Johannes Brahms – Komponisten, deren Schicksale und künstlerische Wege eng mit dem Vermächtnis Mendelssohns verbunden waren.

Einen besonderen Platz im Programm nahmen Werke des ungarischen Komponisten Ernst von Dohnányi ein, dessen Musik Sofja Gülbadamova seit vielen Jahren ihres künstlerischen Lebens mit besonderer Hingabe gewidmet ist.

Diese Abende boten eine seltene Gelegenheit, eine Künstlerin von internationalem Rang – die bereits auf Bühnen wie der Elbphilharmonie und der Berliner Philharmonie aufgetreten ist – in einer so persönlichen und kammermusikalischen Atmosphäre zu erleben. Die Tiefe der Interpretation und die außergewöhnlich farbige Klangpalette hinterließen einen unvergesslichen Eindruck in den Herzen der Zuhörer.

Ein neuer Flügel in Magdeburg, ein alter Flügel im Dom zu Havelberg – mit beiden Instrumenten trat Sofja Gülbadamova in einen ganz eigenen Dialog. Sie hörte zu, suchte den Klang, passte sich an und ließ die Instrumente sprechen – so, wie es nur eine große Musikerin vermag.

Elegant, hochbegabt, charismatisch und zugleich von bemerkenswerter Natürlichkeit – so erlebte das Publikum diese außergewöhnliche Pianistin.

Wir danken allen, die diese besondere Magie der romantischen Klaviermusik mit uns geteilt haben. Es waren wunderbare Abende mit vielen begeisterten Zuhörern. Die Klänge dieser Konzerte werden noch lange in Erinnerung bleiben.

Herzlichen Dank für dieses unvergessliche Konzerterlebnis!

Foto: Pianistin Sofja Gulbadamova und Pfarrer Teja Begrich im Paradiessaal des Havelberger Doms.