
- Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
04. November 2023 um 19:00 bis 20:30
Im Jahr 2021 wurde 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert. Der Autor Uwe von Seltmann stellt in seinem Buch zum Jubiläumsjahr die Geschichte der Juden im Bereich des heutigen Deutschlandes von seinen Anfängen im Jahr 321 bis heute dar: Eine Erzählung über die Vielfältigkeit des gegenwärtigen jüdischen Lebens und die reichhaltige Geschichte des deutschen Judentums von den Anfängen im Mittelalter über den langen Kampf um Gleichberechtigung und den schwierigen Neuanfang nach der Schoah bis heute. Unter dem Motto »Wir sind da« – entnommen einem Liedtext des jiddischen Dichters Leyb Rozenthal – will es Antworten auf die aktuellen Fragen der jüdischen Community anbieten: Wer sind wir? Woher kommen wir? In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Gibt es eine deutsch-jüdische Kultur? Kann es ein »normales jüdisches Leben« in einem Land geben, das sechs Millionen ermordete Jüdinnen und Juden auf dem Gewissen hat und bis heute nicht frei von Antisemitismus ist?
Uwe von Seltmann
geboren 1964 in Müsen (NRW), pendelt als freier Publizist, Dokumentarfilmer und Rechercheur zwischen Deutschland, Polen und Kroatien. Seit über 30 Jahren beschäftigt er sich sowohl mit der jüdischen Geschichte und Kultur als auch mit den familiären, gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der NS-Zeit auf die Gegenwart. Zu seinen wichtigsten Werken zählt das Standardwerk Schweigen die Täter, reden die Enkel (2004). Er ist zudem Regisseur und Co-Produzent des preisgekrönten Dokumentarfilms Boris Dorfman – A mentsh (2014). Seine Biografie des jiddischen Dichters Mordechai Gebirtig (1877–1942) „Es brennt“ (2018) wurde international als »Pionierarbeit gegen das Vergessen« und »monumentale Biografie« gewürdigt. Er ist Verfasser des offiziellen Buchs zum Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ („Wir sind da!“, 2. Auflage 2022), das von der Kritik als „Standardwerk“ und „das perfekte Buch zum Festjahr“ belobigt wurde. Zudem ist er als Jiddisch-Übersetzer und -Lektor tätig (zuletzt Chava Rosenberg: „Durch innere Kontinente“, April 2023).
Warnfried Altmann
wurde 1958 geboren. Er studierte an der Musikhochschule Dresden im Hauptfach Saxophon und arbeitete eine Reihe von Jahren als Big-Band-Musiker. Seit Anfang der achtziger Jahre spielt er in verschiedenen kammermusikalischen Formationen und komponiert. Zahlreiche Bühnen-und Filmmusiken, Kammermusik und Chorwerke sind seitdem entstanden. Sein Hauptschaffensfeld ist jedoch die Improvisation, die ihn auch mit Künstlern anderer Bereiche, Tänzern, bildenden Künstlern, Pantomimen, Lyrikern, Schriftstellern, Publizisten zusammenführt.
Warnfried Altmann hatte von 1990 bis 2010 einen Lehrauftrag für Improvisation an der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität.
Seine musikalische Arbeit wurde in zahlreichen Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie auf mehr als zwanzig CD-Produktionen dokumentiert. Eine intensive Konzerttätigkeit führt ihn jedes Jahr durch ganz Deutschland und in das europäische Ausland. Altmann kann auch auf einen längeren Studienaufenthalt in Tanzania verweisen.