
Stolperstein-Verlegung in Magdeburg: Erinnerung sichtbar im Alltag
04. Mai um 11:30 bis 15:00
In Magdeburg werden am 4. Mai 2026 erneut sogenannte Stolpersteine verlegt. Die kleinen Messingtafeln im Gehweg erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Initiiert wurde das europaweite Projekt vom Künstler Gunter Demnig.
Die Verlegung beginnt am späten Vormittag und führt durch verschiedene Stadtteile. Insgesamt werden mehrere neue Gedenksteine an ehemaligen Wohnorten der Opfer eingesetzt. So ist unter anderem eine Station in der Ebendorfer Straße vorgesehen, wo an Siegfried Beifus erinnert wird. Weitere Stolpersteine werden am Schleinufer in Höhe des Petriförders für Mitglieder der Familie Fischel verlegt.
Im Verlauf des Tages folgen zusätzliche Stationen, etwa in der Denhardtstraße, der Walther-Rathenau-Straße sowie in der Pappelallee. Dort wird an Menschen wie Emmy Nathan, Leopold Harf oder die Familie Wittstock erinnert. Die Verlegung erfolgt jeweils mit kurzen biografischen Erläuterungen, die das Schicksal der Opfer greifbar machen.
Die Stolpersteine gelten als eines der größten dezentralen Denkmäler Europas. Sie holen die Erinnerung bewusst in den Alltag zurück – direkt vor die Haustüren der ehemaligen Wohnorte. Auch in Magdeburg engagieren sich Initiativen, Schulen und Bürgerinnen und Bürger für die Pflege der Steine und die Aufarbeitung der lokalen Geschichte.
Die kommende Verlegung ist nicht nur ein Akt des Gedenkens, sondern auch ein Zeichen gegen das Vergessen. Passantinnen und Passanten werden eingeladen, innezuhalten und sich mit den individuellen Lebensgeschichten auseinanderzusetzen, die hinter jedem einzelnen Stein stehen.
