Lade Veranstaltungen

22. Juni um 8:00 bis 23. Juni um 17:00

Professor Hermann Cohen war ein jüdisch-deutscher Philosoph von internationaler Bedeutung mit Wurzeln in Coswig (Anhalt). Er hinterließ ein umfangreiches Werk, das nach wie vor von großem wissenschaftlichem Interesse ist. Als Ordinarius für Philosophie an der Universität Marburg (1876-1912) war Cohen maßgeblicher Mitbegründer der einflussreichen Marburger Schule des Neukantianismus. Zu seinen Schülern zählten Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Boris Pasternak und der Politiker Ernst Reuter.

Nach seiner Emeritierung widmete sich Hermann Cohen verstärkt der Interpretation der Philosophie Immanuel Kants im Verhältnis zur Hebräischen Bibel. Daraus entstand ein bedeutender Beitrag zur modernen Religionsphilosophie. Posthum erschien 1919 Cohens – in diesem Kontext auch heute vielzitiertes – Hauptwerk „Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums“.

Hermann Cohen hat Zeit seines Lebens vehement Stellung bezogen gegen Antisemitismus. So legte er in seiner Schrift „Ein Bekenntniß in der Judenfrage“ von 1880 argumentativ dar, dass für ihn kein Widerspruch zwischen Jüdischsein und Deutschsein existiert. In einem Sachverständigen-Gutachten für das für das Marburger Königliche Landgericht in einem Prozess gegen einen Antisemiten 1888 wies er eindrucksvoll nach, dass der Gott des Judentums kein Gott des Hasses ist, sondern im Gegenteil sich Menschlichkeit, Nächstenliebe, Fremdenliebe bereits aus dem Talmud herleiten.

Angesichts des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland führt die Cohen-Gesellschaft Coswig (Anhalt) in Kooperation mit der Stiftung LEUCOREA am 22. Und 23. Juni 2026 o. g. Konferenz durch. In der Veranstaltung geht es um die hohe Aktualität religionsphilosophischer Aussagen Hermann Cohens in den zivilgesellschaftlichen Debatten der Gegenwart unter dem Aspekt des interreligiösen Dialogs, für Verständigung und gegen Antisemitismus.                                                                                                                                                                      Sie wird durch die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt sowie durch den Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt gefördert.                                       Die Teilnehmenden erwarten hoch interessante Vorträge und ein Podiumsgespräch mit namhaften Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland sowie ein lebhafter Diskurs zum Thema.

Die Konferenz findet im Tagungszentrum der Stiftung LEUCOREA in der Lutherstadt Wittenberg,  Collegienstraße 62, statt. Beginn ist am 22. Juni um 9:00 Uhr. Die offizielle Einladung und das Programm werden rechtzeitig veröffentlicht. Falls Sie neugierig geworden sind und sich bereits jetzt anmelden möchten, hier die Kontaktdaten:

Dr. Hans-Jörg Willer – Vorsitzender der Cohen-Gesellschaft Coswig (Anhalt) e. V.

Telefon: 0160 97781510

E-Mail:   privat@dr-willer.de

Eintritt

« Alle Veranstaltungen