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29. Januar um 19:00 bis 21:00

Kleine Markthalle Stendal

Lesung und moderiertes Gespräch mit Nathalie Frank 

Wie beeinflusst die Vergangenheit unsere Gegenwart? Diese Frage beschäftigt Nathalie Frank in ihrem künstlerischen Schaffen. Ihr Medium ist der dokumentarische Comic. Am Donnerstag, 29. Januar, kommt die Comic-Autorin und Kulturreporterin (Arte Journal) um 19.00 Uhr in die Kleine Markthalle. Sie wird drei ihrer Buchprojekte vorstellen und darüber sprechen, was sie bewegt. Ein Schwerpunkt: die Verbindung zwischen individuellem Schicksal und kollektiver politischer Geschichte.

Nathalie Frank wurde 1984 in Frankreich in eine französisch-polnische Familie hineingeboren und lebt seit 2011 in Berlin. Ihre Vorfahren waren deutsche Jüdinnen und Juden, die die Shoah überlebten. Den Großeltern gelang die Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland und sie kehrten nie wieder zurück. Was bedeutet dieses Erbe für die Enkelin? In „Rückkehr nach Nürnberg“ setzt sich Nathalie Frank mit der Geburtsstadt ihres deutsch-jüdischen Großvaters auseinander.

Aus einer persönlichen Perspektive geht sie auch ihr aktuelles Buchprojekt an: „Menschen wie alle anderen“.Der Comic über antisemitische Bilder und ihre Wirkung entsteht im Auftrag des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin und erscheint in diesem Jahr. Die Grundlage dafür bilden rund 11.000 Objekte – darunter Postkarten, Plakate, Bücher, Pressekarikaturen und Alltagsgegenstände – die größtenteils aus dem Europa des 19. und 20. Jahrhunderts stammen und einen obsessiven Hass auf Jüdinnen und Juden dokumentieren. Im Buch schickt Nathalie Frank ihr gezeichnetes Alter Ego als Erzählerin auf die Reise. „Was macht ein diskriminierendes Kulturerbe mit uns allen – in diesem Fall die antisemitische Bildsprache, die sich seit hunderten Jahren verbreitet hat und heute noch stark das kollektive Unbewusstsein prägt“, fragt die Autorin.

Besonders zugespitzt sieht sie diese Themen, wenn es um den Nahostkonflikt geht. Das dritte Projekt, das sie vorstellen wird, heißt „Wie geht es dir?“ und ist ein kollektives Werk von Künstlerinnen und Künstlern nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. 48 Zeichnerinnen und Zeichner sprachen mit 60 Menschen, die von Antisemitismus, Hass und Rassismus betroffen sind oder sich mit menschenfeindlichen Ideologien auseinandersetzen. Nathalie Frank hat das Projekt mitinitiiert, war eine der Kuratorinnen und ist mit drei Beiträgen vertreten. Inspiriert von „Wie geht es dir?“ gestaltet sie, ebenfalls am 29. Januar, zwei Comic-Workshops an der Hochschule Magdeburg-Stendal und am Berufsschulzentrum Stendal.

Fotos:

Bild aus dem Comic „Menschen wie alle anderen“

Porträtbild Nathalie Frank, © Anika Seecker

Eintritt
Veranstaltungsort

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